Gemeindebriefe zum Download

Osterbrief2010

Weihnachtsbrief2009

Osterbrief2009

Weihnachtsbrief2008

Osterbrief2008

Weihnachtsbrief2007

Osterbrief2007


Aktuelle Artikel aus dem Gemeindebrief:


ATOMKRAFT: GERNE – ABER NUR IN DER SONNE

 

Das Erdbeben und der Tsunami mit den verheerenden Folgen für tausende Menschen sowie für die Reaktoren des Kernkraftwerkes Fukushima führen uns die Grenzen des menschlich Machbaren hart vor Augen. Eine Technik, die keine Fehler „verzeiht“, heftigen Naturkatastrophen nicht standhält und deshalb ganze Regionen über viele Generationen unbewohnbar macht, ist nicht zu verantworten. Alle Argumente dazu sind seit langer Zeit bekannt. Sie haben z.B. dazu geführt, dass 1975 die Kaiserstühler Landwirte gegen die geplanten zwei Blöcke des Kernkraftwerkes Wyhl protestierten, mit Erfolg, wie wir wissen. Seither wurden aber in Deutschland und vielen Ländern weitere Kernkraftwerke errichtet, u.a. in Fessenheim im Elsaß.

Unsere Kirchengemeinde ist, wie andere Kirchengemeinden sowie der Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald, auf Beschluss des Kirchengemeinderates schon 2008 dem TRAS, dem Trinationalen Atomschutzverband, beigetreten. Ziel des TRAS ist es, mit juristischen Mitteln die Abschaltung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs in Fessenheim zu erreichen, das am Rand der seismisch aktivsten Region Mitteleuropas steht. Wenige Tage vor der Katastrophe von Japan wurde eine Klage durch den Verwaltungsgerichtshof in Straßburg abgewiesen, Revision jedoch zugelassen.

Würde ein Unfall mit ähnlichen Folgen wie in Japan in Fessenheim auftreten, würde die kulturelle und wirtschaftliche Aufbauleistung vieler Generationen am Kaiserstuhl, am Tuniberg und in ganz Südbaden mit einem Schlag vernichtet. Es ist kein Zufall, dass die Folgen eines nuklearen Unfalls nicht versichert werden können. Alleine diese Tatsache zeigt, dass die Behauptung vom billigen Atomstrom eine Lüge ist. Die Ukraine gibt bis heute über 5% ihres Bruttosozialprokuktes dafür aus, die Atomruine in Tschernobyl einigermaßen  „in Schach“ zu halten. Demnächst muss für Milliarden von Euro ein neuer „Sarkophag“ gebaut werden, der aber auch wieder nur 100 Jahre hält. Danach müssen weitere folgen.

Ein Gedankenexperiment: Hätte es vor 2000 Jahren, zur Zeit Jesu, schon Kernkraftwerke gegeben, hätte die Strahlung des Mülls bis heute nur unwesentlich an Gefährlichkeit abgenommen. Kein Mensch kann solche Zeiträume überblicken oder gar verantworten. Selbst, wenn heute alle Anlagen abgeschaltet werden, müssen sich dutzende weitere Generationen mit der Frage beschäftigen, wie sie die Berge nuklearen Mülls einigermaßen unschädlich halten können.

Im Blick auf die Nutzung der Kernenergie ist es nicht fünf Minuten vor, sondern fünf Minuten nach zwölf. Jede weitere Verzögerung des Ausstiegs erhöht den strahlenden Müllberg und die Gefahr weiterer Großschadensereignisse. Was von dem beschönigenden Begriff „Restrisiko“ zu halten ist, wissen wir nun nach Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011. Restrisiko heißt nichts anderes, als dass das Ereignis irgendwann mit Sicherheit eintritt. Was in Fukushima geschieht, dass ein kerntechnischer Unfall nicht mehr beherrschbar ist, kann zu jedem Zeitpunkt an jedem AKW weltweit wieder passieren.  

Gott, unser Schöpfer, hat uns diese Erde anvertraut, damit wir sie wie ein guter Gärtner, Landwirt oder Winzer bebauen und bewahren. So erzählt es die biblische Schöpfungsgeschichte. Menschliche Fehler und unvorhergesehene Naturereignisse wie starke Erdbeben oder Überschwemmungen sind dabei Teil unseres Lebens auf dieser Erde.

Die fortgesetzte Nutzung einer Technik, deren Ausfall zwangsläufig zur Vernichtung aller Lebensgrundlagen in einem weiten Umkreis führt, widerspricht diesem Schöpfungsglauben und huldigt der gefährlichen Illusion, ja, dem Aberglauben von der menschlichen Allmacht.  

Gleichwohl liegt die Zukunft der menschlichen Energieversorgung in der Kernenergie, nicht auf der Erde, sondern in der Kernfusion in der Sonne. Dort und nur dort ist die Kernenergie gut aufgehoben.

                                                                                    

Rüdiger Schulze




Die Taufe: Beginn einer Lebens- und Lerngemeinschaft


Liebe Leserin, lieber Leser,

die Taufe ist der Beginn einer „Lebens- und Lerngemeinschaft des Glaubens“, so formuliert es unser Landesbischof Ulrich Fischer.
Unabhängig vom Alter, in dem Menschen getauft werden, gehören sie durch die Taufe zu einer Lebensgemeinschaft der Glaubens. Als Getaufte gehören wir zur Welt des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und damit der Zukunft, weil Gott in der Person von Jesus Christus Unglauben, Verzweiflung und Hass durch Kreuz und Auferweckung ihre nach menschlichen Maßstäben endgültigen weggenommen hat. Und wir gehören dazu nicht aufgrund eigener Leistung oder unserer Entscheidung. Sondern wir werden Teil dieser Lebensgemeinschaft, weil Gott uns zu einem neuen Leben mit Christus beruft.

Um die große Bedeutung der Taufe ins Bewusstsein zu rücken, feiert die ganze Evangelische Landeskirche in Baden am 10.Juli 2011 einen Tag der Taufe.

Wir werden an diesem 10. Juli um 10.00 Uhr einen Freiluftgottesdienst zum Thema Taufe auf dem Hohrainbuck feiern. Sie können Ihr Kind oder sich selber ab sofort gerne zur Taufe an diesem Tag und an diesem besonderen Ort anmelden.

Die Taufe ist neben dem Beginn der Lebensgemeinschaft des Glaubens auch der Beginn einer lebenslangen Lerngemeinschaft des Glaubens. Nach Martin Luthers Überzeugung ist das ganze Leben ein ständiges Hineinwachsen in die Taufe. In der Taufe wird uns die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott und den anderen Christen unbedingt und unwiederholbar geschenkt. Von Geschenken kennen wir, dass wir sie empfangen und dann einmal auspacken. Bei der Taufe ist das anders. Da dauert das Auspacken das ganze Leben lang, nimmt uns in Anspruch, fordert uns heraus, tröstet und baut uns auf. In der Lerngemeinschaft mit anderen Christen entdecken wir gemeinsam, dass wir Kraft zum Leben im Glauben an Jesus Christus finden.

Die Lebens- und Lerngemeinschaft des Glaubens, für die Gott in der Taufe einen Anfang setzt, bewährt sich in schönen und in schweren Tagen. In schönen macht sie uns dankbar für den Reichtum des Lebens. In schweren trägt sie uns. Martin Luther hat in bedrohlichen Situationen den Satz aufgeschrieben: „Ich bin getauft“, um sich der Gegenwart Gottes zu vergewissern. „Ich bin getauft“ – damit ist zugleich gesagt: Ich bin von Gott geliebt, ich bin angenommen, ich werde gebraucht.

Es tut gut, sich das immer wieder sagen zu lassen.
Es tut gut, dessen auch für die eigenen Kinder gewiss zu sein.
Es ist gut, getauft zu sein.

Im Jahr 2017 feiert die Evangelische Kirche das 500 – jährige Jubiläum der Reformation. Im Zugehen auf 2017 werden in jedem Jahr Impulse aus der Reformationszeit in ihrer Bedeutung für Gegenwart und Zukunft des evangelischen Christ- und Kircheseins in unserer Zeit bedacht. In diesem Jahr steht das Thema „Reformation und Freiheit“ im Vordergrund. Viele Landeskirchen, auch unsere badische, verbinden dies mit einem Jahr der Taufe, da in der Taufe für die Reformatoren der Grund aller Freiheit gelegt ist.


Ihr und euer Pfarrer Rüdiger Schulze